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Donnerbräu: 1935 bis 1945

- die Brauerei im Dritten Reich und 2. Weltkrieg


Ratskeller, Saarlouiser Innenstadt, „Kleiner Markt“; Sammlung Rodena JS

13. Januar 1935 entschieden sich die Saarländer für den Anschluss an das Deutsche Reich. Nach fünfzehn lange Jahre der „Heim ins Reich“-Parolen, die spätestens seit 1933 noch verstärkt wurden, und sich durch eigentlich alle politischen Parteien zogen, wurde Hitler einfach nicht als Gefahr wahrgenommen. Und so kam der Anschluss und man genoss anfangs auch weiterhin, wie gewohnt, die Zeit bei einem gemütlichen Bier und ließ es sich gut gehen... Die Brauerei verzeichnete in ihrer direkten Heimat, also Saarlouis und Umgebung immer mehr Gaststätten, die sich beliefern ließen.

Notiertes: Drei Dinge prägten die Brauerei in der Zeit des Dritten Reiches; einmal die Umbenennung der Stadt Saarlouis in Saarlautern, dem die Brauerei folgte und nun „Donnerbräu AG Saarlautern“ hieß und zum anderen die Übernahme der Leitung im Jahr 1938 durch Dr. Otto Schmidt und nach dessen Tod 1944 die Übernahme oder besser Weiterführung der Leitung durch seine Frau Else Schmidt-Klett.

Gehen wir aber nun etwas langsamer vor, indem wir die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung an Hand einiger Themen näher betrachten.

Die Zeit von 1935 bis 1945 verlief für die Saarlouiser Donnerbräu anfangs sehr gut. Und selbst während den Kriegsjahren war sie in der Lage sich gegenüber ihrer direkten Konkurrenz, also der Aktien-Brauerei Merzig (auch Actien-Brauerei Merzig, die spätere Saarfürst Merzig), durchzusetzen.

Was mich bei dieser und ähnlichen Formulierungen stört, ist die Tatsache, dass man ganz außer acht lässt, wieso es zu diesem Schwenk kam. Denn Fakt ist, das sich die Donnerbräu, als Tochter der Eichbaum-Werger Brauerei AG eigentlich schon vor 1935, also dem Jahr des Saarstatuts, entschieden hatte, auf die Linie NAZI-Deutschlands einzuschwenken und damit im weiteren Verlauf als linientreu galt, die „Actienbrauerei Merzig“ hingegen, als jüdische Gründung, natürlich recht schnell in den negativen Sog der sich neu etablierenden NAZI-Verantwortlichen geriet.


Bild steht nicht unter der AWDL. Copyright ausschließlich bei Alexander Brachmann.

Zum besseren Verständnis dieses Punktes des Saarlauterner Abschnittes noch einige Bemerkungen zur Eichbaum Brauerei: „Der aufkommende Nationalsozialismus ließ den Bierabsatz der Eichbaum-Brauereien einbrechen, da das Unternehmen sich zu bedeutenden Teilen in der Hand jüdischer Aktionäre befand. Öffentliche Aufträge erhielt das Unternehmen erst nach 1936, als die jüdischen Anteilsinhaber aus dem Unternehmen herausgedrängt worden waren.“[01]

Sprich: hier wurde auch schon massiver Druck auf die im eigentlich noch freien Saargebiet befindliche Brauerei durch den Mutterkonzern ausgeübt, der um sein Überleben kämpfte und gleichzeitig immer mehr durch NAZI-treue Leitungskräfte gesteuert wurde. Und der Druck wurde natürlich mit der Machtergreifung im Saargebiet nur noch größer.

Die lokale Leitung der Brauerei hatte eigentlich nie wirklich die Wahl sich aus dem System herauszuhalten.

Für die Donnerbräu gab es nach dem Saarstatut von 1935 zwei wichtige Termine. 1938, das Jahr in dem Dr. Otto Schmidt die Leitung der Donnerbräu übernahm und als hoch dekorierter Pilot des 1. Weltkrieges die Werger-Grundproblematik vor 1936 endgültig beseitigte, sowie 1944, das Jahr in dem er starb und die Geschäfte von Else Schmidt-Klett mehr oder weniger alleine weitergeführt worden sind.


links: Brief Saarlautern; rechts: Wirtshausaschenbecher aus der Zeit von 1936-45, wie ihn wohl die meisten Sammler haben. Recht häufig in eBay zu finden.

Kommen wir aber auf die Jahre 1939 und 1944 zurück.

Evakuierungen bedeuten immer Stillstand. Schlechte Zeiten also für die Brauerei resp. natürlich alle Brauereien in der Evakuierungszone mit einher-gehenden wirtschaftlichen Rückschlägen. Wobei der Ausstoß der Donnerbräu selbst in Kriegszeiten mit angegebenen 40.000 - 45.000 Hektolitern dem Vorkriegsniveau entsprach – von den beiden Ausreißern -1.1240 Hl. 1938 und -35.611 Hl. 1944 einmal abgesehen. Leider findet sich weder bei dem Saarländischen Brauerei Verband noch bei Hoffmann-Güth eine Angabe, wie es zu den Hektoliter-angaben kommt. Denn mich selbst würde es schon interessieren, ob hier der Dünnbierausstoß mit berücksichtigt wurde oder halt nicht. Denn es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man von 40.000 Hektoliter Bier oder von 20.000 Hektoliter Bier und 20.000 Hektoliter Dünnbier spricht. Denn für letztere Kombinationsvariante bekommt man selbst vom treuesten Konsumenten nur einen Bruchteil des Betrages. Und gesichert ist die Herstellung von Dünnbier auch Mitte/Ende des 2. Weltkrieges.

Bleiben wir aber noch kurz beim zweiten Weltkrieg und dem Kriegsschauplatz Donnerbräu. Durch den eigenen Bunker auf dem Brauereigelände war man vor den alliierten Luftangriffen recht gut geschützt, zudem konzentrierten sich deren Bombenangriffe, falls sie

nicht gerade Saarlouis und Saarbrücken verwechselten, auf die Bunkeranlagen des Aachen-Saarbrücken-Programms, also auf der anderen Saarseite u.a. bei Roden. So waren durch diese Luftangriffe eigentlich nur kleine Beschädigungen entstanden. Und da Saarlautern den alliierten Landtruppen im Bereich der Innenstadt nun wirklich viel lieferte, aber nicht den Hauch einer verbissenen Gegenwehr, wie es bei den Bunkern (Regelwerken) der Fall war, blieb auch in dieser Zeit die Brauerei vor umfassenden Zerstörungen verschont. Eine brauchbare Ausgangssituation also für die Nachkriegszeit.

Und die direkte Nachkriegszeit brachte einiges an Neuerungen für die Brauerei. So kam es 1949 zur Inbetriebnahme der neuen Flaschen-füllanlage und dem Wiederaufbau eines zerstörten. Spätestens seit 1952 befand sich die Donnerbräu sich nach Claus Hoffmann-Güth wieder „auf der Höhe der Zeit“.

 

Abschluss Saarlautern: Donnerbräu und Linientreue

Eine sicherlich nicht schöne Episode greift Gerhard Paul in seinem Buch „Deutsche Mutter, heim zu Dir!: warum es misslang, Hitler an der Saar zu schlagen : der Saarkampf 1933-1935“ (erschienen im Bund-Verlag, 1984) auf: „Die Saarlouiser Brauerei und die Homburger Karlsberg- Brauerei setzten nach einem Bericht der -Volksstimme- ihre Wirte unter Druck, keine Säle mehr an ...“

Ja Sie ahnen richtig. Es hat etwas mit den Judenprogromen zu tun. Aber lesen Sie bitte das oben genannte Buch selbst. Diese Seite hier soll wie gesagt Spaß machen und deshalb möchte ich hier gar nicht erst damit anfangen. Sagen wir es kurz so: da wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Und ein klein wenig bin ich ja auf den vorherigen Seiten schon darauf eingegangen.

 

04. Januar 2010 (Sk) Signaturen als Spiegel der Zeit

Bildhinweis: Wiedergabe Signum mit Bezug AH nur auf Grund der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung.

Signaturen aus der Zeit von 1935 bis 1944. Und man kann sehr schön die zeitliche Entwicklung mitverfolgen. „Mit deutschem Gruss!“ signierte man vor dem ersten Saarstatut und ging zu dem im Reich schon seit 1933 etabliertem „Heil Hitler“ über, wobei als kleine Zwischenstation das „… Grüssen und Heil Hitler“ Verwendung fand.

Interessant ist natürlich auch, dass die Nationalliebe in den Signaturen proportional zur Nähe der Alliierten abnahm und man spätestens seit 1944 das neutrale „Donnerbräu A.G.“ verwendete, denn bei soviel Wehrmacht in und um Saarlautern wollte man es sich mit diesen Truppen sichtlich nicht verscherzen, und danach wieder zurück zu den „… Grüssen“ in all seinen Formen zurückfand. Aber auch dieses Signierverhalten ist nicht donner-spezifisch, sondern kann bei den meisten Firmen beobachtet werden.

 

 

[01] Seite „Eichbaum-Brauereien“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. November 2009, 22:41 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Eichbaum-Brauereien&oldid=66707492 (Abgerufen: 25. November 2009, 01:47 UTC)

 

 

   
     
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    Text "Hinweis": Dr. Andreas Neumann [incl. 01.10.2009]
     
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